Besonderheiten der Disposition

5. Fleut Amour 8’

Das Instrument Flute d’amour (frz.: Liebesflöte) war eine im 18. Jahrhundert modische Querflöte in A, ein Terz tiefer als normale Traversflöten.

Die rheinischen Orgelbauer Johann Christian und Johann Gerhard Kleine entwickelten in Anlehnung an diese Flöte um 1775 ein hölzernes, überblasendes Diskantregister Fleut amour 8’,  das von Daniel Roetzel bis nach 1830 weiter gebaut wurde.
 

18. Koppel Forte Piano

Eine weitere Besonderheit stellt die Forte-Piano-Koppel dar. Bei normalem Tastendruck, bis zum zweiten Druckpunkt, erklingt nur das Positiv, bei starkem Tastendruck wird das Hauptwerk mit angekoppelt. So kann man zum Beispiel eine Melodieführung „forte“ aus einem mehrstimmigen Satz herausarbeiten.

Die Übersetzung der Koppel ist so gewählt, daß die Ventile im Hauptwerk auch bei dem nur geringen Tastenweg (etwa eine halbe Tastenreise des Positivs) ausreichend weit öffnen. Durch dieses Hebelverhältnis ergibt sich auch ein deutlicher Druckpunkt für den gekoppelten Ton, was das Spiel deutlich erleichtert.
 

32. Kalkant

Mit dem Registerzug „Kalkant“ kann der Organist vom Spieltisch aus dem Kalkant - dem für die manuelle Wind-(Luft-)Versorgung (Blasebälge) zuständige Helfer - ein akustisches Signal geben, daß die Windversorgung zu starten oder zu beenden ist.

Neben der Möglichkeit der Windversorgung durch einen Kalkanten (wie zu Kleines Zeiten) hat unsere Orgel eine moderne, von Hubert Fasen entwickelte, elektronische Balgsteuerung zum Aufziehen der Keilbälge mittels elektrischem Gebläse.

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